JAZZIG

Die Jazz Interessengemeinschaft e.V. – kurz JazzIG – ist die erste Adresse in Lüneburg für die Freunde des Jazz mit seinen vielseitigen Ausprägungen. Seit über 30 Jahren entwickeln  und fördern wir die lokale Jazz- und Musikszene mit eigenen Konzerten, Sessions und Events. In der JazzIG arbeiten heute Musiker und Jazzfans mehrerer Generationen Hand in Hand zusammen.

Das Team der JazzIG Lüneburg

Die JazzIG ist ständig in Bewegung und auf dem Weg zu neuen Zielen
(Foto © Philipp Schulze / phs-Foto.de)
Von links: Sonja Westermann, Joachim Koitzsch, Martin Lohmann, Gerhard Glombik, Bernd Friedrich, Carmen Sillmann, Heiner Nickels, Katharina Schuster – auf dem Foto nicht mit dabei sind Wilfried Bokelmann, Jens Balzereit und Neil Schaper

Ziele, die uns wichtig sind

Jazz transportiert ein spontanes kreatives Lebensgefühl mit emotionaler und intellektueller Intensität. Die JazzIG möchte durch interessante Konzertveranstaltungen die Vielfalt des Jazz einem breiten Publikum zugänglich machen und damit das Musikleben in unserer Stadt nachhaltig bereichern. Den Jazz zu den Menschen und Menschen zum Jazz zu bringen, ist unsere Mission.

Unsere Aktivitäten umfassen eigene Veranstaltungen, die Förderung junger Jazzmusiker und die Koordination und Kooperation mit anderen Initiativen. Wir freuen uns über die sehr gute Zusammenarbeit mit den Lüneburger Kulturschaffenden.

Wir – die JazzIG  – organisieren und pflegen

  • Konzerte mit lokalen, regionalen und jungen Jazzmusikern in kleinerem Rahmen im Museum Lüneburg
  • Events mit international und national angesehenen Jazzensembles im Kulturforum, im T.3-Theatersaal und Kooperationen im Libeskind Auditorium
  • Sessions mit jeweils einem „Special Guest“ und der Hausband, der JazzIGroup
  • Konzerte in der St. Nikolaikirche mit der Reihe Lebensklänge oder Veranstaltungen mit jungen Jazzmusikern aus Lüneburg in der Musikschule
  • Treffen im Freundeskreis JazzIG zu Vorträgen, Filmen, Swing-Abenden oder zum Austausch über Jazzthemen
  • eine gute Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Kulturschaffenden

Neue Mitstreiter sind willkommen

Großartige Jazzmusik zu unterstützen, heißt für uns privates, ehrenamtliches Engagement und bereitet neben der kreativen Freude aber auch viel organisatorische Arbeit. Daher sind wir stets auf der Suche nach interessierten und engagierten Mitstreitern, die einen Blick hinter die Kulisse wagen möchten. Wir begrüßen und freuen uns über neue Mitglieder, die sich aktiv in der JazzIG ausprobieren möchten und neue Ideen einbringen möchten.

Wir sagen Danke an Publikum und Förderer

An der guten Publikumsresonanz und auch an der anhaltenden Unterstützung und Zuwendungen durch öffentliche und private Förderer, zeigt sich welches Vertrauen in die Qualität unserer Kulturarbeit gelegt wird. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken.

Für den Erfolg unseres Engagements ist neben den Spenden und Zuwendungen der verschiedenen Förderer vor allem das Publikum, das immer wieder in Interaktionen mit den verschiedensten Ensembles zu einer herausragenden Konzertatmosphäre beiträgt, ausschlaggebend. 

Die JazzIG e.V. ist ein als gemeinnützig anerkannter eingetragener Verein. Wir sind in unserer ehrenamtlichen Arbeit auf Ihre Unterstützung angewiesen: Besuchen Sie unsere kulturellen Highlights, empfehlen Sie uns weiter, verschenken Sie Eintrittskarten oder treten Sie mit einer Spende in unseren Freundeskreis ein. All dies trägt mit dazu bei, dass wir unser Programm auch in Zukunft in gewohnter Qualität durchführen und Sie gute Jazzkonzerte genießen können.

Carmen Sillmann

„Mein Dank gilt Ihnen, dem Publikum, die diese Konzerte erst möglich machen, unseren Förderern und der Sparkassenstiftung Lüneburg für den Hans-Heinrich-Stelljes-Preis 2019 als Anerkennung für unsere gute ehrenamtliche Arbeit.“ (Carmen Sillmann, 1. Vorsitzende)

Aus der Laudatio von Hans Martin Koch zur Hans-Heinrich-Stelljes-Preisverleihung 2019

Sehr verehrte Mitmenschen, liebe Carmen Sillmann,

Die folgende Geschichtsvorlesung beruht auf Erkenntnissen von Professorin Wikipedia, ihrem Kollegen Google, aber auch auf dem Archiv der Landeszeitung und dem löchrigen Gedächtnis des Vortragenden. Es geht dabei um das Ding namens Jazz, was Jazz in Lüneburg bedeutet und was Carmen Sillmann damit zu tun hat.

Hans-Heinrich-Stelljes-Preis 2019 Huldigungssaal Rathaus Lüneburg
Laudator Hans Martin Koch (Foto: Berit Neß)

„What is this thing called Jazz?“  Was ist das überhaupt, Jazz? Ich werde jetzt nicht in die Sümpfe Louisianas steigen und zu den afroamerikanischen Wurzeln des Jazz vordringen. Dann kämen wir nie in Lüneburg, bei den anderen Preisträgern und beim Essen an. Ich begnüge mich mit Begriffsgeschichte. „Jazz“, so definierte eine Zeitung in San Francisco 1913 den Begriff bezogen auf Baseball, bedeute so etwas wie Leben, Kraft, Energie, Aufbrausen des Geistes, Spaß, Schwung, Anziehungskraft, Elan, Männlichkeit, Mut, Glück. Da ist tatsächlich viel drin von dem, was Jazz auch heute ausmacht. Die Frauen fehlen, aber es drehte sich ja noch um Baseball. Zwei Jahre später wurde der Begriff in der Chicago Daily Tribune angeblich erstmals in die Musik übertragen. 

Der Jazz schwappte bekanntlich bald aus den Sümpfen nach Chicago und New York, über den Atlantik in die Nordsee in die Elbe in die Ilmenau an den Stint. Dort befanden sich die Sümpfe Lüneburgs in den 60er/70er Jahren, in denen mein Gedächtnis einsetzt. Der Laden hieß Pampelmuse. Die Luft war dick, das Bier reichlich. Bands hießen Black Hugos, gespielt wurde alles, was Oldtime, New Orleans, Swing und Blues heißen mag. An etlichen Wochenenden kamen, wenn der Morgen noch jung war, so manches Mal Kollegen aus Hamburg rüber und jammten der Sonne entgegen. 

Mit den Jahren mischten sich mehr und mehr die Rockmusiker in die Musikszene ein. Die Jazzer mussten um ihren Platz kämpfen. Man organisierte sich. In den frühen 80ern gab es erst die AG Lüneburger Musiker und dann ab 1986 die AG Lüneburger Jazzer. Ersteres waren die Rockmusiker, zweiteres die Jazzmusiker. Die AGLM ging mit der Zeit irgendwo in der Kolberger Straße unter. Aus der AGLJ ging später die JazzIG hervor. Jazzmusiker wie zum Beispiel Pieke Bergmann, Werner Gürtler und Rolf Laue prägten die Szene und vor allem Detlef Schult (der auch Stelljes-Preisträger wurde). Mit seiner Bigband Blechschaden bekam Lüneburgs Musikszene einen weit klingenden Ruf.

Hans-Heinrich-Stelljes-Preis 2019 (Foto: Berit Neß)
Sabine Schölzel (Vorstandsmitglied der Sparkasse), Carmen Sillmann (JazzIG), Manfred Nahrstedt (Landrat a.D.), Ulrich Mädge (Oberbürgermeister Hansestadt Lüneburg)

Aber wie es so ist in vielen Initiativen und Vereinen. Ihr Wohl hängt stark vom Leitwolf ab. Als Detlef Schult vor sechs Jahren plötzlich starb, war es schnell um die Bigband geschehen. Die JazzIG aber überlebte dank Menschen wie Carmen Sillmann, Wilfried Bokelmann und anderen. Seit 2008 ist Carmen Sillmann im Vorstand der JazzIG, lange als zweite Vorsitzende neben Wilfried Bokelmann, seit drei Jahren als erste Vorsitzende.

Spürbar gestiegen ist in jüngerer Zeit die Zahl der Konzerte und auch deren Qualität. Die JazzIG macht damit deutlich, dass Jazz mehr ist als Nischenkultur. Gestiegen ist auch die Zahl der Partner, Konzerte gibt es im Theater, im Museum, in Kirchen, im Kulturforum und andernorts. Die JazzIG zeichnet aus, dass sie als beständigster Veranstalter des Fachs immer und gern Musikern ein Forum gibt, die mehr Qualität als Ruhm besitzen.

Zu ehrenamtlicher Arbeit gehören darum Tage, an denen alles Engagement um Booking, Verträge, Sponsoren- und  Konzertortsuche, Öffentlichkeitsarbeit, Abendorganisation von Catering bis Kasse und was noch alles dazugehört, an denen all die Arbeit ein wenig ins Leere läuft. Aber „Wenn Musik die Nahrung der Liebe ist, spielt weiter; gebt mir im Übermaß davon“, so tröstet Shakespeare.

Der regionale und der internationale Jazz, sie haben beide Platz in Lüneburg. Dafür danke JazzIG!

Laudator Hans Martin Koch (3.v.li.) und Mitglieder der JazzIG (Foto: Berit Neß)
Wilfried Bokelmann, Sonja Westermann, Hans Martin Koch, Jens Balzereit, Heiner Nickels, Neil Schaper, Carmen Sillmann (Preisträgerin), Marcus Loheide, Katharina Schuster, Bernd Friedrich, Gerhard Glombik, Joachim Koitzsch – auf dem Foto nicht dabei Martin Lohmann